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Die Schäden, die durch Datenverluste jährlich verursacht werden, belaufen sich weltweit auf etwa 500 – 600 Billionen Dollar. Den Hauptanteil der verursachten Schäden machen Datenverluste in Folge mangelhafter Sorgfalt aus. Wir zeigen Ihnen das Grundlageneinmaleins des Datenschutzes.
Die Gründe für Datenverluste sind mannigfaltig. Sie reichen vom unbeabsichtigten Löschen über Hardware- und Softwaremängel, Fehlern bei der Datenübertragung bis hin zu elementaren Naturereignissen wie Blitzschlag, Feuer- oder Wasserschäden. Weiterhin müssen noch Datenverluste durch absichtliche, kriminelle Manipulation mit Hilfe von Viren und anderer Malware, sowie Datendiebstahl und Zerstörung in Folge von Sabotageakten, Vandalismus sowie Attacken von Crackern, die Daten ausspionieren, stehlen und schließlich vollständig zerstören, hinzugezählt werden. Szenario 1: Unabsichtliches Löschen in den Papierkorb
Dies ist mit Sicherheit schon jedem passiert: Daten oder Programme versehentlich mit der Entferntaste oder mit Hilfe der Löschfunktion im Kontextmenü (rechte Maustaste – Löschfunktion anklicken) trotz Rückfrage „Wollen Sie die Datei wirklich löschen“ in den Papierkorb zu verschieben. Anmerkung: passiert häufig dann, wenn mehrere Dateien einzeln gelöscht werden müssen und der „Gewöhnungseffekt“ dazu führt, dass man dabei plötzlich eine Datei erwischt, die man gar nicht löschen will oder darf. Abhilfe: Im Grunde ist das kein Problem, da die Daten, solange man sie nicht aus dem Papierkorb löscht, weiterhin zur Verfügung stehen und mit einem Doppelklick auf den Papierkorb einzelne oder alle Dateien aus dem Papierkorb geholt werden können Szenario 2: Unbeabsichtigtes Löschen aus dem Papierkorb
Ein echtes Problem wird es allerdings, wenn man die Dateien entweder „am Papierkorb vorbei“ löscht oder den Papierkorb mit der Funktion Papierkorb leeren aufräumt. „Am Papierkorb vorbei löschen“ bedeutet, die zu löschende Datei wird markiert und dann mit Shift + Entf gelöscht. In diesem Fall erhält man keine Sicherheitsabfrage und löscht die Datei direkt und scheinbar unwiederbringlich. In Wirklichkeit aber wird lediglich der Speicherplatz freigegeben, den die Datei vor dem Löschen belegt hat, was nichts anders bedeutet, als dass die Datei dann durch andere Daten überschrieben werden kann. Abhilfe: Doch selbst dies bereitet kein Problem, da es eine Menge an Gratis-Tools gibt, die in der Lage sind, die verloren geglaubten Dateien zu reanimieren. Ein sehr gutes kostenloses Werkzeug stellt „DataRecovery“ dar, das sie in unserem Downloadbereich finden. Tipp: Falls Sie wichtige Daten unabsichtlich gelöscht haben, beenden Sie sofort Ihre Arbeit und starten Sie die Datenrettungssoftware von einem externen Medium wie CD, DVD, USB-Stick oder einer externen Festplatte. Dadurch verhindern Sie, dass die gelöschten Daten beim Rettungsversuch überschrieben werden. Szenario 3: Fehler bei der Übertragung von Daten (Netzwerk, e-Mail, FTP)
Grundlegende und einfachste Abhilfe ist die erneute Übertragung der Daten, da man in der Regel nach erfolgter Übertragung einen Sendungsbericht erhält. Aus diesem ist klar ersichtlich, ob Fehler passiert sind oder ob die Daten eins zu eins übertragen wurden. Abhilfe: Wird kein Fehlerbericht ausgegeben und sind die Daten fehlerhaft übertragen worden, dann hilft nur mehr geeignete Datarecovery-Software, wie sie beispielsweise von Symantec mit „Systemworks“ (Heft-DVD unter Free-/Shareware > Shareware > Systemworks) oder onTrack mit „Easy Recovery Lite“ (Heft-DVD unter Free-/Shareware > Shareware > Easy Recovery Lite) zur Verfügung gestellt wird. Tipp: Wie bei allen DataRecovery-Vorfällen sollte auch hier das Rettungsprogramm von einem externen Medium aus gestartet werden. Szenario 4: Hardware- und Softwaremängel
Hardwaremängel betreffen in erster Linie defekte Disketten (Disketten mit schlechten Sektoren), defekte CDs und DVDs, nicht mehr funktionierende USB-Sticks, defekte Festplatten (man hört ein schnarrendes Geräusch, die Platte wird langsamer, es treten unbeabsichtigte Fehler auf, wie beispielsweise automatischer Neustart des Systems). Problem: Defekte Disketten mit schlechten Sektoren. Diese können mit Hilfe des kostenlosen Tools Flobo Floppy Repair (zu finden in unserem Downloadbereich) repariert werden. Dabei macht das Programm nichts anderes, als den schlechten Sektor als „schlecht“ zu markieren und zu versuchen, Daten innerhalb des schlechten Sektors herauszukopieren und an einem sicheren Ort abzulegen. In Folge wird der schlechte Sektor nicht mehr angesteuert. Problem: Festplatten mit schlechten Sektoren. Festplatten mit NTFS-Dateisystem (ab Windows NT) haben in der Regel eher selten schlechte Sektoren. Diese treten beim FAT-32 und FAT-16 System bei weitem häufiger auf und sind ein erstes Anzeichen, dass die Platte in absehbarer Zeit nicht mehr funktionieren wird. Tipp: Als Benutzer bemerken Sie dies beim Hochfahren des Rechners an einem blauen Bildschirm und der Ausgabe einer Fehlermeldung, sowie an der Aufforderung das Programm „chkdsk“ laufen zu lassen. In diesem Fall bitte keinesfalls die Leertaste zum Überspringen des Tests drücken, sondern Geduld haben und den Test vollkommen durchlaufen lassen. Erhält man derartige Meldungen und Aktionen beim Hochfahren des Rechners, sollte man auf alle Fälle eine sofortige Sicherung aller Dateien durchführen. Im Anschluss kann bei FAT-32-Dateisystemen das von Windows-98 bekannte Tool „Scandisk“(am besten von einem externen Medium) gestartet und ein Oberflächentest durchgeführt werden. Für NTFS-Dateisysteme bietet Norton System Works mit dem Disk Doctor eine zuverlässige Funktion zum Lesen der Plattenoberfläche. Problem: Defekte CDs und DVDs. Um defekte Datenträger auszulesen hat sich das Gratis-Tool „Unstoppable Copier“ bestens bewährt (zu finden in unserem Downloadbereich). Problem: Defekte und nicht mehr lesbare USB-Sticks ... können als Folge eines Windows-XP-Bugs in Service-Pack 2 auftreten, da dort die entsprechenden USB2.0-Treiber nicht mitgeladen werden. Tipp: Defekte USB-Sticks zunächst einmal auf verschiedenen Rechnern testen. Kann man mit keinem anderen Rechner darauf zugreifen, hilft beispielsweise „Ontrack Easy Recovery Lite“ in viele Fällen effizient das Problem zu lösen (zu finden in unserem Downloadbereich). Problem: Die externe Festplatte mit USB-Anschluss funktioniert nicht mehr. Tipp: Wenn alle Stricke reißen und kein Zugriff mehr auf das externe Medium möglich ist, schraubt man vorsichtig das Gehäuse der externen Platte auf, entnimmt die Platte und hängt sie an einem Standgerät oder einem Laptop als Slave ein. Die Platte kann in den meisten Fällen dann ganz normal weiterverwendet werden. Dennoch empfiehlt sich dieser Sparmeister-Tipp nicht uneingeschränkt, besser ist es die Platte auf ein funktionierendes Medium zu speichern und die „gerettete“ Platte in einen Tresor zu sperren oder auf alle Fälle „low level“ zu formatieren und dann als Electronik-Schrott zu entsorgen. Problem: Softwaremängel ... können durch defekte Speichermedien und durch Malware verursacht werden, aber auch in Programmierfehlern ihre Ursache haben. Tipp: Jede neue Software unbedingt auf Viren oder andere Schadsoftware prüfen und vor der Installation ein Backup der Programmpartition durchführen. Sollte die Software nicht funktionieren, kann dann immer noch das letzte funktionierende Backup rückgesichert werden. Dafür eignet sich die kostenlose Software Paragon Drive Backup besonders gut (zu finden in unserem Downloadbereich). Szenario 5: Die Festplatte wurde formatiert
Der Supergau ist eingetreten. Die Festplatte wurde versehentlich formatiert. Selbst in diesem Fall ist keine Panik angesagt, da im Grunde auch nach der Formatierung noch alle Daten auf der Festplatte liegen, mit dem feinen Unterschied, dass man auf sie keinen Zugriff mehr hat. Um das zu verstehen, muss man sich zunächst mit der Architektur einer Festplatte vertraut machen. Jede Festplatte hat ein Inhaltsverzeichnis für die Ablagestätte der Dateien. In dem Inhaltsverzeichnis (=Hauptverzeichnis, Root Directory genannt), werden der Dateiname, die Dateigröße, die Erstellungszeit, das Erstellungsdatum und der Dateianfang gespeichert. In der Dateizuordnungstabelle (=File Allocation Table) wird festgelegt, wo die einzelnen Dateistücke auf der Platte abgelegt sind und in welcher Reihenfolge sie abgearbeitet werden müssen. Mit der Herausgabe von NT4 und dem NTFS-Dateisystem erfolgte eine Verschmelzung von Hauptverzeichnis und Dateizuordnungstabelle zu einer Masterdatentabelle und einem Master File Table (MFT). Mag diese neue Struktur auf den ersten Blick auch komplex anmuten, im Grunde ist sie relativ ähnlich wie die älteren Strukturen aufgebaut. Beim Formatieren wird die MFT neu geschrieben. Alle Cluster der Festplatte, egal ob beschrieben oder nicht, bleiben erhalten. Eine gute DataRecovery Software kann nun die Platte auf MFT-Infos durchsuchen und wird mit Hilfe aller gewonnenen Informationen möglichst viele Daten retten, wobei es in den meisten Fällen darauf ankommt, Datendateien wiederherzustellen, da Programmdateien ohnehin als installierbare Datenträger vorliegen sollten. Ein häufig angewendeter Trick von DataRecoveryTools ist die Suche nach Directory-Einträgen, denn diese enthalten ja den Dateinamen, die Dateigröße und einige andere Informationen. Szenario 6: Die Platte crasht
Die Platte macht schnarrende Geräusche, bewegt sich unwuchtig und es kommt zu vermehrten Systemabstürzen mit Datenverlusten. Haben Sie diese Zeichen nicht richtig interpretiert und arbeiten aus Sparsamkeitsgründen auf der defekten Platte weiter, wird es früher oder später zu einem Plattencrash kommen und die Platte sich überhaupt nicht mehr ansprechen lassen. Tipp: Sollte die Festplatte gecrasht haben und sich nicht mehr drehen, gibt es einen ganz simplen Trick um an die Daten zu gelangen: Packen sie die Festplatte in eine luft- und wasserdichte Plastikfolie und stecken Sie dann für 24 Stunden in das Gefrierfach Ihres Kühlschrankes. In der Regel startet die Platte dann und lässt die verloren geglaubten Daten auf CDs, DVDs oder externe Medien speichern. Tipps & Tricks: So schützen Sie sich Abschließend einige Tipps, wie Sie sich am besten vor einem allfälligen Datengau schützen können. Vorbereitung der Festplatte Bei der Vorbereitung der Festplatte sollten Sie mindestens zwei Partitionen anlegen, eine für alle Programme und eine zweite für alle Daten. Dies fördert nicht nur die Übersichtlichkeit, sondern ist für eine geeignete Backup-Strategie unentbehrlich. Installation des Betriebssystems Installieren Sie das Betriebssystem ohne Internetanbindung. Im Anschluss sollten Sie alle Service-Packs sowie die Treiber-CD installieren. Ratsam ist auch noch den Virenscanner, wenn dieser es zulässt, noch vor Anbindung ans Internet zu installieren, damit ein minimaler Schutz von Anfang an gewährleistet ist. Backup der Programmpartition anfertigen Sind alle Programme installiert und der Rechner betriebsfertig, sollten Sie sofort ein Backup der Programmpartition anlegen. In weiterer Folge genügt es fallweise bzw. wenn neue Programme installiert oder alte deinstalliert werden, eine erneute Sicherung der Programmpartition durchzuführen. Datensicherung Daten sollten täglich auf externe Medien, wie beispielsweise einer externen Festplatte, gespeichert werden. Es genügt Sicherungen all jener Daten durchzuführen, die geändert oder neu erstellt wurden. Bootfähige externe Speichermedien Richten Sie sich auf CD, DVD, externer Harddisk oder USB-Stick ein „tragbares“ Rettungssystem ein, das bootfähig sein und die wichtigsten Werkzeuge zur Datenrettung enthalten soll. |