Jetzt bares Geld drucken

Wer effektiv druckt, spart oft weit mehr als die Hälfte! Drucker sind billig, Tinte und Toner hingegen nicht. Doch wer seinen Drucker optimal nützt wird bald feststellen, welches Sparpotenzial hier eigentlich vorhanden ist. Auch ohne spezielle Kenntnisse kann jeder einiges an Geld sparen, das sonst beim Händler oder im Altpapier landet. Wir haben daher die sinnvollsten Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen sich auch Ihre Druckkosten spürbar senken lassen.

Die Druckerpreise sind auf einem Tiefststand, selbst Laserdrucker sind inzwischen für jeden leistbar, teuer wird es erst in der Erhaltung. Schließlich müssen die Hersteller mit ihren Produkten auch Geld verdienen, und wenn das nicht bei der Hardware geht, muss es über das Verbrauchsmaterial funktionieren. Was zu seltsamen Rechenbeispielen führt, wie z.B.: HP Farblaser für € 170,- im Handel, die vier Toner (1x Schwarz, 3x Farbe) € 70,- pro Stück. Einmal den Schwarz-Toner tauschen könnte sich also vielleicht noch auszahlen, spätestens wenn die drei Farbtoner leer sind ist jedoch ein neuer Drucker erheblich billiger. Bei den Tintenstrahldruckern ist es nicht ganz so krass, aber ähnlich. Sind Drucker also bereits ein Wegwerfprodukt? Nicht unbedingt, denn wer einige einfache Dinge beachtet, kann auch den billigsten Drucker behalten und eine Menge Euro noch dazu. Zudem muss man wissen, dass die Patronen bzw. Toner eines neuen Druckers nie zur Gänze gefüllt sind, sondern meist nur zu einem Drittel bis maximal zur Hälfte.

1. Die Anschaffung

Natürlich muss man sich als erstes überlegen, wie der Drucker eingesetzt werden soll. Will man nur gelegentlich ein paar Textpassagen aus dem Internet ausdrucken oder auch Fotos. Benötigt man vielleicht ein Multifunktionsgerät mit Scanner und Fax, soll der Drucker WLAN-tauglich sein? All diese Komponenten beeinflussen die Auswahl, für das Sparen beim Drucken sind jedoch noch andere Fragen von Bedeutung.

Druckt man regelmäßig viel Text, zahlt sich ein Laserdrucker aus, da er trotz der teuren Toner im Vergleich zur Tinte wesentlich mehr Seiten druckt, also in der Erhaltung insgesamt billiger ist. Außerdem läuft man nicht Gefahr, dass bei seltenem Gebrauch die Tinte eintrocknet und die Düsen verstopft, auch wenn dies bei modernen Tintenstrahldruckern eher selten passiert. Tinte ist zwar im Verbrauch prinzipiell teurer, jedoch bei geringerem Druckaufkommen trotzdem günstiger, besonders wenn man gelegentlich auch in Farbe und Bilder drucken will. Im Vergleich zum Laser spart man bei der Anschaffung eines Tintendruckers immer noch so viel Geld, dass mehrere Nachfüllungen drinnen sind.

Wichtig ist hier lediglich, nach Möglichkeit einen Drucker zu kaufen, der für jede Farbe eine eigene Patrone besitzt, denn selten werden alle drei Farben gleich viel verwendet. Diese Modelle sind zwar etwas teurer als Drucker mit nur zwei Farbpatronen, aber längerfristig günstiger in der Erhaltung, denn man erhält die meiste Tinte für sein Geld und auch der Druck selbst ist sparsamer, wenn auch nicht so sparsam wie beim Laser.

Bei beiden Systemen ist außerdem zu beachten, dass die Möglichkeit des Wiederbefüllens besteht. Einige Hersteller (HP, Canon, …) bieten an, Patronen oder Toner einzuschicken und auch nachgefüllte zu erhalten. Da die Behälter nicht neu produziert werden müssen, ist das natürlich erheblich günstiger und dieser Preisvorteil wird auch an den Kunden weitergegeben. Eine weitere Alternative sind Nachbaukartuschen, hier kann es jedoch zu qualitativen Unterschieden kommen. Trotzdem sind diese Möglichkeiten bei der Kaufentscheidung maßgeblich, denn ist man auf originale Neuware angewiesen, fällt bereits ein wichtiger Sparpunkt weg. Bei den Tintendruckern ist zudem jene Variante sicherer, bei der die Druckköpfe nicht direkt auf dem Behälter sitzen, außerdem sind dort die Nachbaupatronen klarerweise billiger.

Gerade bei Tintenstrahldruckern kommt aber vor allem den „Druckertankstellen“ noch eine besondere Bedeutung zu. Während die Originalpatronen selten bis zum Rand gefüllt sind, wird hier wirklich vollgetankt, was der doppelten bis vierfachen Tintenmenge entspricht. Und das bei einem Preis, der ca. ein Drittel unter neuen Originalpatronen liegt.

Spezialthema Fotodruck: Hier ist es eher Geschmackssache, ob man sich das leisten will, billiger ist jedenfalls die Onlineausarbeitung. Das Standardformat 10x15 cm kann man bereits ab 10 Cent ausarbeiten lassen, was bei 100 Fotos 10,- Euro ausmacht. Dieselbe Anzahl am Fotodrucker leert im Normalfall zumindest die Farbpatrone(n), die ca. das Doppelte kostet, das Spezialpapier mit rund 5 Cent pro Foto noch nicht mitgerechnet. Teureres Papier und Spezialtinte erhöhen die Kosten natürlich entsprechend. Damit bleibt der Fotodruck daheim ein Luxus.

Die Kostenersparnis bei der vorausschauenden Wahl des Druckers kann also auf längere Sicht je nach Anforderungen schnell zumindest bis zu 30% betragen, bei einer gänzlich falschen Wahl auch noch weit darüber. Das Wiederbefüllen der leeren Tintenpatronen bringt ebenfalls satte 60-70% Kostenersparnis oder mehr, muss man auf Nachbaukartuschen zurückgreifen bleiben immer noch ca. 30%. Der durchschnittliche Spareffekt bei der richtigen Druckerwahl kann also alleine bereits bei rund 50% liegen.

Und noch ein kleiner technischer Tipp: Schließen Sie den Drucker an eine extra Stromquelle an, damit Sie ihn nur dann aufdrehen, wenn Sie ihn wirklich benötigen. Ansonsten wird bei jedem Start der Druckkopf mit wertvoller Tinte gewaschen (bzw. der Laser sinnlos vorgeheizt). Auch das vollständige Entleeren mittels „Kurzschließen“, wie man im Internet oft als Spartipp zu lesen bekommt, sollte man vermeiden, denn dadurch wird mit hoher Wahrscheinlichkeit durch das Einsaugen der Luft der Druckkopf beschädigt.

2. Der sinnvolle Gebrauch

An vorderster Stelle steht hier selbstverständlich die Überlegung, ob man wirklich alles ausdrucken muss. Zum Archivieren reicht das Abspeichern in digitaler Form, was auch platzsparender ist. Und will man nur einige Notizen für den sofortigen Gebrauch sammeln, gibt es ebenfalls digitale Alternativen. Besonders verschwenderisch sind Ausdrucke aus dem Internet, denn hier kann man selten nur jene Bereiche drucken, die man eigentlich benötigt.

Hier liegt ebenfalls viel Sparpotenzial, wenn man die gewünschten Bereiche markiert und in eine Textverarbeitung kopiert, wie etwa Word oder Wordpad, das bei Windows immer dabei ist. Dadurch lassen sich einfach unnötige Elemente, wie mitkopierte Werbung oder Bilder, löschen und auch unnötige Abstände entfernen oder verringern. Außerdem kann man vielleicht noch die Schriftart verkleinern oder bei Dokumenten, die eine besonders fette Schrift benutzen, die Schriftart überhaupt ersetzen. Eine recht sparsame Schriftart ist beispielsweise Times New Roman, die standardmäßig auf jedem PC vorhanden ist. Noch mehr sparen kann man möglicherweise mit „Ecofont“ (www.ecofont.de), bei der kleine Löcher in die Schrift gemacht werden, womit der Hersteller 25% Ersparnis bei den Druckkosten verspricht. Bares Geld spart man auch, wenn man sich die Mühe macht, die Druckvorschau anzusehen, bevor man druckt. Oft werden hier noch Fehler entdeckt und man vermeidet Fehldrucke. Sollte es trotzdem zu ungewollten Exemplaren kommen, sollte man sich auch diese aufheben und die Rückseite für weniger wichtige Dokumente oder Probedrucke verwenden. Auch Papier ist teuer.

Im sinnvollen Umgang mit seinen Ausdrucken liegt also ebenfalls sehr viel Sparpotenzial. Wer sich vor dem Drucken etwas Gedanken macht, anstatt einfach auf den Druckknopf zu klicken, kann auch hier leicht bis zu 50% durchschnittlich sparen. 100% in seltenen Einzelfällen, aber zumindest 20-30% über alle Druckvorgänge hinweg.

3. Die richtige Einstellung

Hat man nun den richtigen Drucker und die Dokumente derart vorbereitet, dass sie nur noch die wirklich benötigten Informationen enthalten, besteht trotzdem noch immenses Sparpotenzial. Als ersten Schritt kann man im Druckmenü die Druckausgabe auf „Probedruck“ stellen. Damit wird automatisch weniger Material aufgetragen, was z.B. bei Text nicht weiter stört, da er lediglich etwas heller wird. Viele Drucker bieten bei den erweiterten Einstellungen zusätzliche Möglichkeiten an, Tinte oder Toner zu sparen, beispielsweise kann man die Druckqualität auf niedrig stellen oder sogar die Sättigung/Intensität reduzieren bzw. einfach den Druck auf „heller“ einstellen. Auch so lässt sich eine Kostenersparnis von zumindest 10% generieren.

Wer sich nicht selbst mit den Einstellungen herumspielen will, kann übrigens auch auf Spezialsoftware zurückgreifen. Als Beispiel sei hier „Inksaver“ (www.inksaver.com) erwähnt, das es auch auf vielen deutschen Seiten zum Download gibt und auch von Data Becker unter dem Namen „Der große Tintensparer“ vertrieben wird. Das Programm analysiert den gewünschten Ausdruck und weist den Druckertreiber anschließend an, wichtige Details mit mehr Tinte und unwichtige mit weniger zu drucken. Außerdem solle es sogar „ausgehöhlte“ Tintentropfen zum Druck verwenden können. Die Einstellungen kann der Benutzer einfach per Schieberegler einstellen. Der Hersteller verspricht dabei eine Kostenersparnis bis zu 75%! Technisch ist es prinzipiell möglich, also kann man die Gratisversion auf jeden Fall einmal ausprobieren.

Was man jedoch per Hand noch zusätzlich einstellen kann, sind die bedruckten Seiten. Erstens kann man ein Blatt Papier beidseitig bedrucken (Kostenersparnis beim Papier 50%) und zweitens lassen sich öfter auch mehrere Seiten auf ein Blatt Papier drucken. Beispiel: Vier Seiten PowerPoint-Präsentation passen im Normalfall auf eine A4 Seite. Bedruckt man diese noch beidseitig, spart man schnell das Achtfache an Papier und auch einiges an Tinte/Toner als wenn man jede Folie einzeln ausdruckt. Da kann man sich dann auch das etwas stärkere (schwerere) Papier leisten, damit nichts durchscheint.

Abschließend noch ein letzter Spartipp: Wenn Sie auf einem Tintenstrahldrucker nur Schwarz/Weiß drucken, entfernen Sie die Farbpatrone(n). Dadurch wird verhindert, dass dem Schwarz zur besseren Sättigung Farbe beigemengt wird, wie es leider bei den meisten Druckern üblich ist, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Fazit

Je nach persönlichem Druckverhalten und auszudruckendem Material kann man mit wenigen Hilfsmitteln seine Druckkosten leicht um die Hälfte reduzieren, mit etwas Ausprobieren ist möglicherweise sogar noch um einiges mehr drinnen. Und das zahlt sich aus, denn wenn man sein Geld schon nicht selbst drucken kann, sollte man es zumindest nicht sinnlos „verdrucken“.

 
 
 
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