Windows 7 - Was ist neu?

Am 22. Oktober 2009 steht endlich der heiß ersehnte Vista-Nachfolger Windows 7 in den Regalen. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten den Release Candidate 1 (RC1, Build 7100) genauer unter die Lupe genommen.

Und tatsächlich: Windows 7 ist schneller und geht ressourcenschonender zu Werke als Windows Vista. Doch vor allem auch die runderneuerte Taskleiste hat uns überzeugt.

Die neue Taskleiste

Erstmals seit ihrer Einführung im Jahre 1995 durch Windows 95 ändert Microsoft die grundlegende Funktionsweise der Taskleiste, die nun um etwa 50 Prozent höher ist als bisher.
 
Das neue Konzept hinter der Taskleite sieht folgendermaßen aus: Die aus XP oder Vista bekannte „Schnellstartleiste“ existiert nicht mehr, stattdessen können Programmverknüpfungen direkt auf der Taskleiste abgelegt werden. Wird nun eine dieser Verknüpfungen per Linksklick geöffnet, symbolisiert ein rechteckiger Rahmen rund um das Icon, dass das Programm gerade offen ist.

Das besondere daran: Sind zwei oder mehr Fenster eines Programms geöffnet, wird dennoch nur ein einziges Symbol auf der Taskleiste angezeigt. Wird der Mauszeiger über das Symbol in der Taskleiste bewegt, klappt ein Menü aus, mit dem die einzelnen Fenster geöffnet werden können.

Benutzeroberfläche und Desktop

Wie bereits bei Windows Vista kommen auch bei Windows 7 die „Aero“ genannten, optischen Gimmicks zum Einsatz. Diesmal wartet die Benutzeroberfläche aber nicht nur mit schönen Effekten, sondern auch mit Zugewinnen in Sachen Benutzerfreundlichkeit auf. Eines dieser Features nennt sich beispielsweise „Aero Snap“. Zieht man ein Fenster an den linken oder rechten Bildschirmrand, passt sich dieses automatisch in die linke oder rechte Seite des Desktops ein.

Zieht man es hingegen an den oberen Bildschirmrand, passt sich das Fenster an den gesamten Desktop an. Eine ganz ähnliche Funktion ist „Aero Shake“: Sind mehrere Fenster geöffnet, kann man sich eines der Fenster herauspicken und alle außer diesem minimieren. Dazu muss das entsprechende Fenster auf dem Desktop auf und abgezogen – also geschüttelt – werden.

Erhöhte Geschwindigkeit und Leistung

Nachdem unter anderem der Hardware- Hunger von Windows Vista oft bemängelt wurde, begnügt sich Windows 7 drei Jahre später zumindest mit etwa den gleichen Voraussetzungen wie dazumal. Jedoch verspricht Microsoft mit Windows 7 vor allem Netbook-Benutzern einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs – ein Versprechen, das sich in den ersten Tests bewahrheitete. Im Betrieb selbst ist Windows 7 zwar selten merkbar schneller als XP oder Vista, es fällt aber doch auf, dass „Flaschenhalseffekte“ – wie etwa flackernde Icons bei vielen geöffneten Fenstern oder längere, scheinbar grundlose Ladezeiten – weitgehend verschwunden sind.

Das Startmenü

Hier sind einige kleinere Änderungen vorgenommen worden. Wie bereits bei Vista ist das Startmenü in zwei Bereiche geteilt: Links eine Übersicht der zuletzt verwendeten Programme sowie die Möglichkeit über die Schaltfläche „Alle Programme“ sämtliche im Startmenü befindlichen Applikationen anzeigen zu lassen.

Rechts ein schneller Zugriff auf persönliche Ordner und Systemeinstellungen. Wie bereits erwähnt, liegen die Änderungen im Detail: Entsprechend dafür ausgelegte Programme unterstützen Sprunglisten (Details dazu im nächsten Punkt), es gibt nur noch eine einzige Schaltfläche zum Herunterfahren des Computers und Suchergebnisse werden nun in beiden Spalten des Startmenüs angezeigt.

Die Sprunglisten

Die Sprunglisten sind eine interessante Neuerung von Windows 7, die sich in unserem Test schnell zu einem gern genutzten Feature mauserten. Es handelt sich dabei um speziell für ein jeweiliges Programm gestaltete Kurzbefehle, die von der Taskleiste oder vom Startmenü aus aufgerufen werden können. Am Beispiel des Internet Explorer 8 sieht das Ganze etwa so aus: Mit einem Rechtsklick auf das entsprechende Symbol in der Taskleiste, wird die Sprungliste ausgeklappt. Von hier aus können die letzten besuchten Webseiten oder ein neues InPrivate-Browsing-Fenster geöffnet werden. Bei Textverarbeitungsprogrammen wie etwa Word 2007 hat man ebenso per Rechtsklick schnellen Zugriff auf die zuletzt bearbeiteten Dokumente.

Die Suche und Bibliotheken

Eine kleine Sensation ist sicherlich die Suchfunktion von Windows 7, die so flott und effizient wie bislang in keinem anderen Microsoft Betriebssystem ihr Werk verrichtet. Weniger mit dem Suchen aber mehr mit dem Finden von Dateien hat folgende Änderung zu tun.

Denn mit Windows 7 werden sogenannte Bibliotheken eingeführt, zu denen die, bereits aus Vista bekannten, persönlichen Ordner Dokumente, Musik, Bilder und Videos gehören. Dabei werden ähnliche Dateien in Bibliotheken zusammengefasst – egal in welchem Ordner sie sich letztlich befinden.

In der Praxis lassen sich auf diese Weise etwa Musikdateien nach Interpreten, Genre oder Album anzeigen.

Kompatibilität und Windows XP-Modus

Alle Programme, die unter Windows Vista lauffähig waren, sollen auch unter Windows 7 problemlos laufen – so das Versprechen von Microsoft, das sich in unserem Vorab-Test tatsächlich bewahrheitete. Sollten dennoch, egal ob mit Hard- oder Software, Probleme auftreten, hilft meist ein Blick in das neue Wartungscenter.

Damit aber auch wirklich alle für Windows XP ausgelegten Programme und Treiber auf Windows 7 laufen, ist außerdem ein spezieller Windows XP-Modus integriert. Dieser  XP Modus wird wie ein normales Programm gestartet und simuliert eine Windows XP-Arbeitsumgebung.  (Dieser XP-Modus wird aber nur in der Enterprise und Ultimate Edition von Windows 7 enthalten sein.)

Laufwerksverschlüsselung mit BitLocker

Was bislang spezielle Zusatzprogramme voraussetzte, kann Windows 7 nun serienmäßig: das Ver- und Entschlüsseln von Laufwerken wie etwa USB-Sticks. Es genügt ein Rechtsklick auf das Laufwerk und ein Linksklick auf „Bitlocker aktivieren…“ um den Verschlüsselungsvorgang zu starten. Die Verschlüsselung kann entweder per Kennwort oder per Smartcard erfolgen. Letztere setzt aber ein entsprechendes Lesegerät voraus. Nach erfolgter Verschlüsselung, gibt ein kleines Vorhängeschloss über dem Laufwerkssymbol Aufschluss darüber, ob das Laufwerk gerade ge- oder entsperrt ist.

 
 
 
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