Tuningtools im Vergleich

Wer Windows länger verwendet, stellt nach einiger Weile unweigerlich Geschwindigkeitseinbußen fest. Doch auch bei PCs, die problemlos laufen, lässt sich an vielen Stellen optimieren und beschleunigen. Entsprechende Software gibt es zur Genüge, doch was taugen die einzelnen Produkte und welchen Umfang bieten sie? Wir geben die Antwort und da es für viele der hier vorgestellten Tuning-Pakete auch ebenso leistungsfähige Freeware-Alternativen gibt, haben wir uns am Ende des Artikels auch noch vier Applikationen dieser Art genauer angesehen.

TuneUp Utilities 2011

Nach der Installation wird die „TuneUp 1-Klick-Wartung“ gestartet, die Ihr System überprüft und auf Wunsch vom gröbsten Datenmüll befreit. So können bei diesem Prozedere unter anderem die Registry gesäubert, temporäre Dateien gelöscht und die Festplatten defragmentiert werden. Auf Wunsch kann man aber auch gleich zur Startoberfläche wechseln. Dort finden Sie fünf Register, die gleichzeitig auch die fünf Bereiche darstellen, in die sich die Software gliedert: „Status & Empfehlungen“, „Leistung steigern“, „System warten“, „Probleme beheben“ sowie „Windows anpassen“. Im Vergleich zur Vorgängerversion sind neben Detailverbesserungen auch einige neue Funktionen hinzugekommen. Sehr praktisch und effektiv ist die Möglichkeit, Applikationen, die im Hintergrund laufen und selten eingesetzt werden, zu deaktivieren. Andererseits können Sie Anwendungen bewerten und Ihre Erfahrungsberichte mit anderen TuneUp-Nutzern online austauschen.

Die Tune Up Utilities 2011 können vor allem durch ihren großen Umfang und ihre Übersichtlichkeit punkten. Zudem bringen sie bereits nach wenigen Tuning-Maßnahmen merkliche Geschwindigkeitszuwächse, was sich vor allem unter Windows 7 stark bemerkbar macht. Sehr praktisch ist zudem die Anzeige zum Tuning-Status, mit der man auf einen Blick sieht, welche Optimierungsmöglichkeiten es noch gibt. Für den Durchschnittsanwender können wir eine klare Kaufempfehlung aussprechen, Profis könnten die eine oder andere erweiterte Tuning-Möglichkeit vermissen.


PC Check & Tuning 2011

Die Software überprüft zunächst im Zuge eines „PC Checks“ routinemäßig den PC auf Aktualität und alarmiert zum Beispiel über veraltete Viren-Scanner Informationen. Außerdem wird angezeigt, ob für installierte Programme Updates verfügbar sind. Auf einer speziellen Website von Magix können Details über die installierte Version und die aktuellste Version eingesehen werden. Toll ist, dass Sie direkt auf die Webseite des jeweiligen Herstellers surfen können und von dort aktuelle Dateien beziehen können. Auch eine Bewertung von Programmen ist möglich. Praktisch ist außerdem ein Einführungsvideo, das Sie mit den wichtigsten Funktionen der Software vertraut macht. Bei weiteren Detailfragen finden Sie zudem im umfangreichen Handbuch sicherlich die Antwort.

Im Startmenü des Programms können Sie auch später immer wieder Untersuchungen durchführen. Außerdem sehen Sie hier recht übersichtlich, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden beziehungsweise ergriffen werden sollten. Unter dem Reiter „Leistung erhöhen“ können Sie recht komfortabel Laufwerke defragmentieren, die Registry reinigen oder die Internetverbindung tunen. Interessant ist auch die Möglichkeit, das Erscheinungsbild von Windows verändern zu können und dass es einen eigenen Abschnitt für Energiespar-Optionen gibt.


PC Suite Booster Pro

Im Hauptmenü von PC Suite Booster Pro können Sie bis zu sechs verschiedene Profile erstellen. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Sammlung von verschiedenen Tuning-Einstellungen, die Sie später beliebig ein- oder ausschalten können.

Wird ein derartiges Profil erstellt, kann in drei Kategorien getuned werden: Geräte, Windows-Funktionen sowie Anwendungen. Jeweils fünf Häkchen können gesetzt werden, um Eigenschaften wie Bluetooth-Unterstützung,  Windows Designs oder laufende Instant Messaging-Applikationen zu deaktivieren. Zudem steht in allen drei Kategorien ein „Expert Mode“ zur Verfügung, mit dem die zu deaktivierenden Funktionen oder Anwendungen manuell ausgewählt werden können.

Im nächsten Schritt können Sie noch selbst festlegen, welche Programme Sie beenden möchten. Dazu können Sie wahlweise bereits laufende Prozesse oder auch (fast) jedes installierte Program auswählen. Im Grunde handelt es sich beim PC Suite Booster Pro um ein minimalistisches Tool, mit dem sich Programme oder diverse Windows-Funktionen deaktivieren lassen. Was für einen kurzzeitigen Geschwindigkeitsgewinn ganz nützlich ist – um etwa bei Spielen bessere Leistung zu erzielen –, ist im Alltagsgebrauch kaum zu gebrauchen.


Fix-It Utilities 10 Pro

Dieses Komplettpaket bietet auf den ersten Blick alles, was man zur Wartung und zum Schutz des Rechners braucht. Etwa Diagnose- und Optimierungs-Tools sowie sogar einen Virus- und Spyware-Scanner. Letzterer, ist etwas ungewöhnlich für Software dieser Art. Wer bereits derartige Programme im Einsatz hat, bekommt in Kombination mit Fix-It Utilities 10 Pro womöglich Probleme und muss notfalls die andere Software deaktivieren. Was aber – natürlich abhängig von der Qualität des bereits installierten Virenscanners – nicht unbedingt zu empfehlen ist.

Beim ersten Start von Fix-It Utilities 10 Pro werden zunächst alle Programmkomponenten per Auto-Update auf den neuesten Stand gebracht – jedenfalls sofern dies nötig ist. Im Startbildschirm können Sie auf der linken Seite die einzelnen Bereiche des Programms erreichen: das Virus- und Spyware-Tool, sowie eine ganze Reihe von Diagnose- und Wartungstools. Praktisch ist, dass in jedem Bereich eine Schaltfläche enthalten ist, die die Schritte der einzelnen Tools automatisiert ausführt. Außerdem lassen sich Änderungen im Nachhinein wieder rückgängig machen. Die Tuning-Software von Avanquest konnte uns durch ihren großen Funktionsumfang und ihre komfortable Bedienung weitgehend überzeugen. Etwas irritierend fanden wir jedoch die Integration des Virenscanners, der sich zwar deaktivieren lässt, aber bei der Verwendung anderer Antiviren-Software dennoch zu Problemen führen kann.


Ashampoo WinOptimizer 7

Gleich nach dem ersten Programmstart wird eine sehr flinke Diagnose durchgeführt, bei der vor allem nach unnötigen Registry-Einträgen, temporären Internetdateien, Cookies oder unnützen Daten gesucht wird. Es kann direkt vom Startbildschirm aus eine Optimierung gestartet werden, die die vom Programm erkannten Geschwindigkeitsbremsen recht zuverlässig behebt.

Im linken Bereich des Programms finden Sie verschiedene Kategorien, wie etwa „System warten“, „Leistung steigern“ oder „Windows anpassen“, in denen sich wiederum jeweils vier bis fünf Einzeltools verbergen. Der WinOptimizer bietet einen Internet Cleaner, Registry Cleaner und Festplatten Cleaner. Das Tuning fokussiert sich also eher auf die Optimierung der Autostart- und Prozess-Verwaltung, sowie die Säuberung der Festplatte. Interessant ist hingegen die Integration eines (simplen) Spyware-Schutzes, sowie der Möglichkeit, Dateien zu ver- und entschlüsseln.


Win SpeedUp 4

Bei dieser Tuning-Software werden Ihnen wie bei den meisten anderen Vertretern zahlreiche einzelne Tools geboten, um Ihren Rechner auf Vordermann zu bringen. Auf der Startseite finden sich im Gegensatz zu vergleichbaren Applikationen relativ wenige Informationen zum derzeitigen Zustand des Systems.

Praktisch ist aber die „Sofort-Optimierung“-Schaltfläche, mit der Sie ohne Umwege eine Optimierung starten können. Ansonsten stehen Ihnen auf der linken Seite vier Kategorien (Bereinigung, Tuning, Windows anpassen sowie Wartung) zur Auswahl, in denen Sie jeweils zwischen drei und vier einzelne Tuning-Werkzeuge finden. Dazu zählen etwa Tools zur Festplatten-Wartung, RAM- oder Registry-Bereinigung sowie zum Anpassen des Autostart-Ordners. Im Vergleich zu den anderen getesteten Vertretern hält sich das Ganze in Sachen Umfang und vor allem auch Tiefgang in Grenzen, da so gut wie alle dieser Funktionen auch mit Freeware-Tools erledigt werden können.


Windows Smoker Pro

Als einziges der hier getesteten Tuning-Programme müssen Sie beim Windows Smoker Pro zu Beginn des Installationsprozesses angeben, welche Windows-Version Sie verwenden. So stehen insgesamt drei Varianten zur Auswahl: XP Smoker Pro, Vista Smoker Pro und 7Smoker Pro für Windows 7. Dabei handelt es sich jeweils um eine eigene Version des Programms, das speziell auf die Anforderungen des gewählten Betriebssystems zugeschnitten ist. Optisch und in Sachen Funktionsumfang ähneln sich aber alle drei Programmvarianten. Und das bedeutet minimalistische Menüs und leider nur wenige wirklich nützliche Tuning-Funktionen. Dafür werden hier auch Profis fündig, die über das Programm auf eine Reihe von manuellen Tuning-Möglichkeiten zur System- und Internetverbindungs-Optimierung zurückgreifen können.


Twin 7 2.0

Diese Tuning-Software von Data Becker bietet sehr viele Funktionen und konnte uns mit zahlreichen Tools überzeugen, die auch mehr in die Tiefe gehen. Dass der große Umfang und die dadurch verschachtelten Menüs auch zur Folge haben, dass die Übersicht etwas verloren geht, war den Entwicklern des Programms scheinbar sehr wohl bewusst. So ist wahrscheinlich die durchaus praktische Suchfunktion innerhalb des Programms zu erklären, mit der nach einzelnen Features gesucht werden kann. Twin 7 gehört zu den umfangreichsten Programmen seiner Art. Zudem bietet es zahlreiche manuelle Einstellmöglichkeiten, wodurch auch Profis auf Ihre Kosten kommen. Für den Durchschnittsuser gibt es aber auch eine „1-Klick-Optimierung“, mit der sich zahlreiche Aufgaben im Eiltempo erledigen lassen. Zwar gehören dazu wieder banale Funktionen wie Registry- oder RAM-Bereinung, dafür wird dies von der Software sehr gründlich durchgeführt und bietet auch viele tiefgehende Tuning-Werkzeuge, die man in anderen Programmen vergebens sucht.

 
 
 
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