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Innerhalb weniger Jahre haben mobile GPS-Navigationsgeräte als komplett neue Gerätekategorie ihren Weg in die persönliche Must-Have-Liste der meisten Verbraucher gefunden. Das hat nicht nur mit ihrem praktischen Alltagsnutzen, sondern auch mit dem in der Unterhaltungselektronik üblichen, enormen Preisgefälle zu tun, dass diese Produktkategorie in den letzten beiden Jahren zu verzeichnen hatte.
Damit also trotz hoher Umsätze auch weiterhin Gewinne anfallen, überlegen die Hersteller seit einiger Zeit, wie man das Funktionsspektrum der an sich zufriedenstellend arbeitenden Geräte der ursprünglichen Generation verbessern und damit den Preisverfall kompensieren könnte. Zunächst wurden die Geräte dankenswerterweise flacher und handlicher, so dass auch einem Transport in der Jackentasche mittlerweile nichts mehr im Weg steht. Im nächsten Schritt beschloss man, die Systeme mit Features, wie Multimedia-Playern, Bildbetrachtern und PDF-Readern auszustatten. Das ist zweifellos gut gemeint, jedoch hat sich herausgestellt, dass das praktische Interesse an solchen Funktionen in einem Navigationssystem nicht unbedingt groß ist. Also hat man sich wieder auf sinnvollere Kernfunktionen besonnen und ist nun etwa in der Lage touristische Attraktionen, Brücken, Straßenränder oder Unterführungen durch dreidimensionale Darstellung schneller erkennbar zu machen. Das oft komplexe Einordnen auf mehrspurigen Kreuzungen hat man indessen durch Fahrspurassistenten erleichtert, was besonders in Großstädten zu mehr Sicherheit und Komfort beiträgt. Über Verkehrsfunkempfänger können im Rahmen der Navigation auch Staus umfahren werden und so genannte intelligente Navigationsfunktionen berücksichtigen bei der Wegplanung schließlich auch staugefährdete Tageszeiten oder den flexibleren Wochenendverkehr. Angesichts dieser neuen Features sind Sie sicherlich auch der Meinung, dass es sich lohnt, wieder einmal einen Blick auf die neuesten Modelle zu werfen. Becker Traffic Assist Pro Z250 Ferrari Edition
Wer mit seinem Sportwagen sicher ans Ziel gelangen möchte, dürfte am Modell Z250 von Becker seine Freude haben. Das Navigationssystem wurde in Zusammenarbeit mit dem italienischen Autohersteller Ferrari entwickelt, was man dem Gerät am schnittigen Design im charakteristischen Rot deutlich anmerkt. Das Ferrari-Look-and-Feel setzt sich nach dem Einschalten des Geräts in der Gestaltung der Softwareoberfläche fort. Ein 400 MHz-Prozessor sorgt im Verbund mit einem GPS-Empfänger der neuesten Generation für eine Routenermittlung ohne unnötige Verzögerungen. Auf einer integrierten 4GB-SD-Speicherkarte befindet sich Kartenmaterial, das neben Europa auch die Vereinigten Staaten einschließt. Ein Spurassistent zeigt auch bei komplexen Abbiegesituationen einen exakten, dreidimensionalen Routenverlauf und auf Kreuzungen werden über RealityView Verkehrsschilder samt Bezeichnungen und Straßendetails in einer räumlichen Ansicht präsentiert. Weitere Funktionen, wie eine Freisprecheinrichtung für Bluetooth-Handys, ein Verkehrsfunkdecoder, sowie ein Video- und Musikplayer komplettieren die Ausstattung. Blaupunkt TravelPilot 700
Das High-End-Modell des deutschen Anbieters geht in Sachen Navigation völlig neue Wege. Es verfügt nicht nur über einen GPS-Empfänger, sondern auch über eine hochwertige Videokamera, die eine realistische Ansicht des aktuell befahrenen Straßenabschnitts in Echtzeit auf dem Bildschirm des Geräts anzeigen kann. Die Routenführung blendet das System zusätzlich in das Echtzeitbild ein. Sobald ein Verkehrsschild mit Tempolimit von der Kamera erfasst wird, kann der Fahrer darauf grafisch und akustisch aufmerksam gemacht werden. Daneben ist natürlich auch eine klassische Navigationsanzeige möglich. Alternativ zur Touchscreenbedienung lässt sich der TravelPilot 700 auch über akustische Befehle seines Besitzers steuern, was insbesondere während der Fahrt für eine sichere Bedienung sorgt. Wer sich bei der Eingabe des Zielorts in Bezug auf dessen Schreibweise nicht völlig sicher ist, wird vom fehlertoleranten Suchsystem unterstützt, was besonders bei ausländischen Städtebezeichnungen sehr nützlich sein kann. Die lange Laufzeit des Akkus macht einen Einsatz des Ladegeräts nur selten nötig. Falk F10
Das Navigationssystem F10 basiert auf einer neuen Betriebssoftware des Herstellers und verfügt zur einfacheren Orientierung in unübersichtlichen Kreuzungssituationen über eine hilfreichen Spurassistenten, der den genauen Abbiegevorgang auf einen Blick transparent macht. Durch einen geteilten Bildschirm ist es möglich, gleichzeitig eine Übersichtskarte und die jeweils aktuelle Detailansicht im Blick zu haben. Weil das System wie alle modernen Navi-Modelle über eine Anzeige im Breitbildformat verfügt, ist diese Lösung möglich, ohne auf eine zu kleine Bildschirmdarstellung ausweichen zu müssen. Dreidimensionale Wegpunkte bietet das F10 nicht an, dafür kann das Navigationsgerät mit anderen innovativen Funktion aufwarten. Besonders interessant erscheint die integrierte Lernfunktion. Sie speichert Erfahrungen und Fahrer-Entscheidungen aus vorangegangenen Routen und bezieht diese in künftige Wegermittlungen mit ein. Bei der Berechnung der schnellsten Route wird außerdem der aktuelle Wochentag, sowie die Uhrzeit berücksichtigt. Ein Zwei-Jahres-Kartenabo ist im Preis enthalten. Garmin nüvi 865T
Abgesehen von Wanderern und Abenteurern schwören auch immer mehr Autofahrer auf die Navigationsgeräte des etablierten Herstellers Garmin. Das erst seit kurzer Zeit erhältliche Modell 865T kann mit einer Sprachsteuerung aufwarten, über die sich das Gerät in allen für die Routenverfolgung nötigen Einzelheiten bedienen lässt. Damit das System Sprechkommandos entgegennehmen kann, muss jeweils nur eine am Lenkrad befestigte Mini-Fernbedienung betätigt werden. Der Fahrspurassistent bietet neben einer realistischen 3D-Kreuzungsdarstellung mit Einordnungssymbolen auch eine realistische Anzeige von Wegweisern mit Beschriftung an. Zur Ergänzung wird der Lenker außerdem auf Hauptverbindungsrouten, sowie im Stadtgebiet auf Geschwindigkeitsbegrenzungen aufmerksam gemacht. Über die Geo-Tagging-Funktion kann der User selbst erstellte Fotos im System speichern und mit einer bestimmten GPS-Position verknüpfen. Ein künftiger Aufruf des Fotos startet künftig automatisch die Navigation zur gewählten Position. Daneben lässt ich das Modell auch als Bluetooth-Freisprecheinrichtung verwenden.
Mio Moov 580 Europe
Anders als die meisten Konkurrenten verfügt der Moov 580 über ein besonders großzügig dimensioniertes Breitbild-Display mit 4,7-Zoll-Diagonale, das ein bequemes Ablesen von Piktogrammen, Straßennamen und Abbiegekommandos erlaubt. Sehenswürdigkeiten kann man sich darüber hinaus dreidimensional anzeigen lassen, was deren Erkennbarkeit deutlich steigert und eine optisch hochwertiges Feedback garantiert. Während die akustischen Anweisungen vieler Navigationsgeräte bei höherer Fahrtgeschwindigkeit vom Lenker oft nicht mehr deutlich verstanden werden, kann sich das Mio Moov 580 über einen FM-Funktransmitter mit den Lautsprechern des Autoradios verbinden, wodurch sich die Anweisungen des Systems verstärkt wiedergeben lassen. Über seine NaviPix-Fotonavigation erlaubt auch dieses Gerät eine Zuordnung von geografischen Positionen zu einem frei wählbaren Bild und dessen Verwendung für die künftige Wegfindung. Staus vermeidet der User über die Informationen aus dem integrierten Verkehrsfunkempfänger und mit mehrfachen Routen-Optionen werden bei der Navigation auch individuelle Wünsche des Fahrers berücksichtigt. NavGear StreetMate GT-43-3D
Ein mobiles KFZ-Widescreen-Navi mit Breitbild-Display, 3D-Anzeigefeatures und einer Kartenabdeckung für ganz West- und Osteuropa für einen durchschnittlichen Straßenpreis unter 200 Euro stellt durchaus ein Schnäppchen dar. Das StreetMate GT-43-3D von NavGear erfüllt alle Anforderungen. Das erwähnte Kartematerial befindet sich auf einer inkludierten 2GB-SD-Speicherkarte, wobei sich völlig neue Perspektiven auftun, wenn man durch eine Stadt navigiert wird, für deren Karte bereits dreidimensionale Sehenswürdigkeiten und Wegpunkte zur Verfügung stehen. Eine integrierte Tempoüberwachung warnt beim Überschreiten der jeweils auf einem Straßenabschnitt erlaubten Höchstgeschwindigkeit und dank des Text-to-Speech-Features beschränken sich die gesprochenen Anweisungen des Systems nicht auf die einzuschlagende Richtung, sondern erwähnen auch den tatsächlichen Namen einer Straße in die man einzubiegen hat. Im Kaufpreis ist ein einjähriges Update für die Aktualisierung von Sonderzielen (Points of Interest) enthalten. Ein Verkehrsfunkmodul befindet sich nicht im Lieferumfang, kann aber optional nachgerüstet werden. Navigon 7310
Die Software des Navigon-Modells 7310 zeigt nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch Landschaften, Brücken und Wegpunkte entlang der Fahrtroute in dreidimensionaler Darstellung an. In Großstädten werden auch normale Gebäude als 3D-Elemente dargestellt, so dass man sich in den jeweils aktuellen Straßenzügen auf Anhieb besser orientieren kann. Mit Hilfe der Professional Voice Command Funktion kann sich der Fahrer darüber hinaus mit seinem System unterhalten, ohne die Hände während der Fahrt vom Lenkrad nehmen zu müssen, wobei sich nicht nur Stichwörter, sondern auch einfache Sätze in Befehle umsetzen lassen. Das Softwaremodul MyRoutes passt sich der individuellen Fahrweise des Lenkers an und berücksichtigt dessen Wünsche durch mehrere alternative Vorschläge. Eventuellen Staus kann man durch die Einbindung von Verkehrsinformationen des eingebauten TMC-Moduls bereits im Vorhinein aus dem Weg gehen. Das Verkehrsfunkmodul informiert übrigens auch akustisch über neu aufgetretene Staus, damit man immer über die aktuelle Verkehrssituation informiert ist. TomTom XL IQ-Routes Edition Europe Traffic
Das Modell XL IQ Routes Edition ist im mittleren Preissegment der TomTom-Reihe angesiedelt und bietet aktuelle Features zu einem vernünftigen Preis. Wie viele moderne Geräte ist auch dieses Modell mit einem Fahrspurassistent ausgestattet, der dem Fahrer hilft, an unübersichtlichen Kreuzungspunkten die Orientierung zu bewahren und sich auf mehrspurigen Straßen richtig einzuordnen. Die eigentliche Besonderheit des Systems stellt jedoch die Navigationsfunktion IQ Routes dar. Abhängig von der aktuellen Uhrzeit und dem jeweiligen Wochentag wählt das TomTom-Navi mit dessen Hilfe die optimalste und somit schnellste Wegführung und berücksichtigt dabei den Berufsverkehr an Wochentagen ebenso, wie staugefährdete Zeiten am Morgen und am Abend. Aktuelle Stauinformationen werden über ein eingebautes Verkehrsfunkmodul empfangen und für Ausflüge ins Ausland steht in der Europa-Version Kartenmaterial aus insgesamt 42 Ländern zur Verfügung. Über die mitgelieferte, PC-basierte Software TomTom Home lassen sich Karten, Ansagestimmen oder Informationen neu auf das System aufspielen.
Fazit
Wer einen Blick auf die Funktionen der aktuellen Generation von Navigationsgeräten wirft, ist auf den ersten Blick fasziniert, mit welchen technischen Möglichkeiten elektronische Features unser tägliches Leben zu erleichtern vermögen. Im Prinzip kann jeder Autofahrer von diesen Funktionen profitieren, denn mittlerweile finden sich etwa Fahrspurassistenten einfach erkennbare, dreidimensionale Wegpunkte oder eine „intelligente“ Navigation mit Alternativroutenermittlung und selbst lernenden Optionen nicht mehr nur in Spitzenmodellen, sondern auch bereits in Mittelklassegeräten des Preisbereichs zwischen 200 und 300 Euro, wobei einige Vertreter in unserem Artikel berücksichtigt wurden. Wer also oft beziehungsweise auf längeren Strecken und im städtischen Ballungsräumen unterwegs ist, tut gut daran, anstatt des billigsten Geräts ohne Zusatzfeatures ein 50 oder 100 Euro teureres Modell zu wählen, welches einen wesentlich höheren Gebrauchsnutzen bietet, den der Lenker sicher schon bald nicht mehr missen möchte. |